Besuch

Geschichte

Seit 2016 ist das Projekt „Madeiran Heritage – Sharing our Legacy“, initiiert von der hiesigen Studentenvereinigung, auch mit dem Parlamentsgebäude Madeiras verbunden und bietet Besuchern durch touristische und kulturelle Angebote Zugang zu diesem Ort.

Das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert wurde in vier Phasen gebaut und diente ursprünglich als Zollhaus Funchals.

Die ersten Zollhäuser der Insel entstanden um 1480 auf Anweisung von D. Beatriz, um eine bessere Kontrolle des wachsenden Zuckerhandels zu ermöglichen. Nicht nur in Funchal, sondern auch in Machico und Santa Cruz wurden entsprechende Gebäude errichtet. In Funchal befanden sich die ersten Zollämter am Pyloriplatz – in der Nähe der São-Filipe-Festung.

Funchal war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Schiffe mit Materialien für die Instandhaltung von Märkten in Nordafrika und für den Handel von Zucker, Wein, Getreide und anderen Waren gingen hier ein und aus. Auch Entdeckungsreisende machten auf ihrem Weg gen Osten auf der Insel Halt um Vorräte für die lange Seereise aufzustocken. Der viele Handel brachte der Stadt Funchal und der gesamten Insel einen immensen Reichtum ein.

Die wirtschaftlichen Erfolge der Insel begannen auch die Aufmerksamkeit des Monarchen auf sich zu ziehen, angesichts der Einnahmen welche die Insel dem portugiesischen Königshaus einbrachte. Um diesen Handelsstrom besser kontrollieren zu können, vereinte König Manuel I die Zollämter der Insel und zentralisierte sie in einem einzigen, neuen Zollhaus. Dieses wurde in Funchal errichtet und entwickelte sich schnell zum administrativen Zentrum der ersten Stadt eines portugiesischen Übersee-Terretoriums, im Jahre 1508 erhielt Funchal Großstadtrechte.

Führungen

Die einstündigen Gruppenführungen werden von unseren qualifizierten Guides geleitet und finden freitags um 15 Uhr statt.

Die Führungen können auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Polnisch gemacht werden. Um den Besuch in ihrer Wunschsprache zu garantieren, buchen Sie die Führungen entweder in einem unserer Läden Naturalmente Português (1. Stock im La Vie Einkaufszentrum) oder Gaudamus (Rua dos Ferreiros, im Sekretariat der Universität), per Telefon unter +351 291 705 060 oder per E-Mail an visit@aauma.pt. Auch kurz vor Beginn der Führung haben Sie noch die Möglichkeit vor Ort Tickets zu erwerben.

Rundgang

Das neue Zollhaus von Funchal ist seit 1940 ein nationales Denkmal. Während des 20. Jahrhunderts wurde das Gebäude viele Male umgebaut und renoviert. Man überlegte das Regionalarchiv, oder das Natur- und Regionalgeschichtliche Museum in das Gebäude zu verlegen, entschied sich jedoch schließlich für die Nutzung als Parlament der Autonomen Region Madeira, das Regierungsorgan, das von der höchsten Souveränität der Insel zeugt.

Die Führung beginnt im Salão Nobre, dem „edlen Saal“. Der Raum wird für Konzerte und wichtige Zermonien verwendet. In diesem Raum empfing auch Cristiano Ronaldo durch den Parlamentspräsidenten im Jahr 2014 den Orden für besondere Verdienste der Autonomen Region, die höchste Auszeichnung der Insel.

Im ersten Stock befindet sich die Bibliothek, wo früher der Zollinspektor gearbeitet hat. Heute kann man noch die wunderschöne Decke aus dem Jahr 1516 bestaunen. Der Raum war früher durch eine äußere Treppe mit dem edlen Saal verbunden und öffnete durch ein mehr als vier Meter hohes Fenster den Blick aufs Meer. In der Bibliothek befindet sich zudem die kirchliche Konstitution des Bistums Funchal aus dem Jahr 1601. Es handelt sich dabei um Regeln des Bistums, denen der Klerus sowie die Bevölkerung gehorchen mussten und welche vom Hohen Rat der heiligen Inquisition geprüft wurden. Diese Regeln wurden von Bischof Luis Figueiredo de Lemos überarbeitet. Dabei nutzte er die niedergeschriebenen Gesetze seines Vorgängers, Bischof Jerónimo Barreto (1585), als Vorlage.

Das Beratungszimmer und das Präsidentenzimmer können ebenfalls besichtigt werden. Hier befinden sich die sogenannten „Zuckerschränke“ – ehemalige Zuckerkisten welche anschließend zu Mobiliar umgebaut wurden. Sehenswert sind auch der Sessel mit Hahnenfüßen, zwei Kommoden und eine Kredenz im portugiesischen Stil, sowie die flämisch inspirierten Tapisserien aus dem 17. Jahrhundert, die an die portugiesische Kolonialzeit erinnern.

Zurück im Erdgeschoss, steht den Besuchern der Plenarsaal offen, das Werk des hoch angesehenen portugiesischen Architekten Raul Chorão Ramalho. Dieser Teil des Gebäudes wurde als letztes errichtet und ist heute Sitzungssaal der 47 Abgeordneten des Regionalparlaments der Autonomen Region Madeira.

Die Führung endet in der Kapelle des Heiligen Antonius von Mouraria, welche im 17. Jahrhundert (1715) erbaut wurde. Sie ist dem Heiligen Antonius von Lissabon gewidmet. Der zweite Teil des Namen „von Mouraria“ wurde ihm aufgrund seiner Reisen nach Nordafrika verliehen, wo er versuchte Mauren zum Christentum zu bekehren. Die Kapelle wurde auf Wunsch des testamentlichen Willens des ehemaligen Richters des Zollhauses, João de Aguiar, gebaut. Sein Grab wurde in die Kapelle eingelassen und im Zuge der Renovierungsarbeiten im Jahr 1977 anlässlich des 500jährigen Jubiläums des Zollhauses verlegt.

Metaphorik


Kontakt

Die einstündigen Gruppenführungen werden von unseren qualifizierten Guides geleitet und finden freitags um 15 Uhr statt.

Die Führungen können auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Polnisch gemacht werden. Um den Besuch in ihrer Wunschsprache zu garantieren, buchen Sie die Führungen entweder in einem unserer Läden Naturalmente Português (1. Stock im La Vie Einkaufszentrum) oder Gaudamus (Rua dos Ferreiros, im Sekretariat der Universität), per Telefon unter +351 291 705 060 oder per E-Mail an visit@aauma.pt. Auch kurz vor Beginn der Führung haben Sie noch die Möglichkeit vor Ort Tickets zu erwerben.